Sonntag, 1. Mai 2011

Tannenspitzenhonig ~ Tannenschösslihonig


Der Frühling ist da, herrlicher Sonnenschein ... angenehme Wärme ... und ein Garten voller grüner, junger
Tannenspitzen ... nur leider ist das nicht mein Garten ;o( ... sondern der, meiner lieben Nachbaren.


Da ich ja schon immer mal Tannenspitzenhonig selber machen wollte, nach Oma Friedel´s altem Familienrezept aus der Schweiz, habe Ich gefragt, ob ich mir ein paar Spitzen brechen könnte, mein Nachbar ... Nein  ... Ich hab geschaut wie vom Blitz getroffen .
Seine Frau hat gelacht ... hmm was soll´s dachte Ich.
Vorgestern kam er, in der Hand eine Schüssel voll frisch, gepflügter, wunderschöner Tannenspitzen ...
Ich musste lachen, er aber auch, der Deal : Er möchte ein Glas ... ;o)
Ist doch Ehrensache ... also, hab mich gleich ans Werk gemacht ...

So, ging es los :


Die frisch gepflügten Tannenspitzen in etwas Wasser kurz abwaschen, wegen dem vielen Blütenstaub, anschl. in ein Sieb geben und abtropfen lassen.

Die Tannenspitzen in eine Schüssel geben und mit eiskaltem Wasser übergießen so das 2 cm Wasser über den Spitzen steht, mit einem Teller beschweren und über Nacht an einem kühlen Ort, aber nicht im Kühlschrank abgedeckt stehen lassen.

Am nächsten Tag sieht das Ganze dann so aus :


Wie man erkennen kann, haben die Spitzen schon einiges an Farbe verloren.
Das Ganze nun in einen Topf umfüllen und ca. 30 Min. auf kleiner Stufe köcheln lassen.
Diesen Sud wieder über Nacht stehen lassen .

Am nächsten Tag den Sud abseihen, die Flüssigkeit ist jetzt milchig geworden .


Den Sud abmessen und in einen Topf füllen und die selbe Menge an Kandiszucker hinzufügen.
Ich habe halb weissen und halb braunen Kandiszucker verwendet, war gerade noch vorrätig.
Man kann aber auch nur braunen / weissen Kandiszucker verwenden.
Mit normalem feinen Zucker geht´s natürlich auch.


Nun muss der Tannenspitzenhonig einkochen und das kann je nach Menge schon einige Stunden dauern .


Der Honig ist fertig ... wenn Blasen entstehen, dieser dickliche Sirup in Twist - Off - Gläser füllen, zudrehen und auf den Kopf stellen und so erkalten lassen .


Vorsicht beim angreifen der Gläser ... sie sind super heiss.
Beim Abkühlen dickt es noch ein.

Haltbarkeit : 

Dieser köstliche Tannenspitzenhonig hält sich 1 1/2  Jahre, wenn man ihn an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahrt.


Info :

Tannenspitzenhonig ist eine Art Melasse, also ein Honigersatz. Im Volksmund nennt man diese Art der Zubereitung " Honig "
Je dunkler die dickflüssige Masse ist, umso stärker hat sich der Zucker beim Einkochen karamellisiert.
Seine Farbe ist Bernstein.
Der Geschmack zwischen zitronig ~ frisch und dezent harzig.
Wir Schweizer nennen ihn Tanneschösslihonig .


Tannenspitzenhonig ist schleim ,- u. krampflösend, beim ersten jucken im Hals gleich einen Löffel voll " Gold " lutschen oder in den Tee geben ... so haben Erkältungskrankheiten keine Chance ;o)

Übrigens :  


In der Schweiz bezahlt man für 1 kg = 100 sFr., das sind umgerechnet 77,53 EUR .
Meine Auslagen 2 EUR für den Zucker, etwas Strom & Wasser ... ach ja ... meine Arbeitskraft ... aber die ist eh unbezahlbar ;o)

Mein Fazit :

Die Arbeit hat sich mehr als gelohnt ... ein toller Geschmack ... Ich hab Lust auf mehr ... mal sehen ob ich noch ein paar Tannenspitzen bekomme !?
Als Ich endlich fertig war, kam schon der erste Abnehmer ...  mein Schwiegervater hat sich gleich eins unter den Nagel gerissen ;o) ... was mein Nachbar dazu sagt ... bleibt abzuwarten ... Ich berichte.

Fazit vom Nachbar : Einfach nur "KÖSTLICH"

Noch was wichtiges zum Schluss :

Auch auf Honig muss man als Veganer nicht verzichten, auf Bienenhonig zwar schon, aber dafür gibt es viele süße Brotaufstriche auf pflanzlicher Basis, die eine ähnliche Konsistenz haben wie Honig. So wie dieser Tannenspitzenhonig kann man auch Löwenzahnhonig, Salbeihonig und Holunderblütenhonig, selbst herstellen, selbes Verfahren, wie hier.


Bei dem aktuellen Event " Geschenke aus der Küche " von 1 x umrühren bitte , hätte ich einige Geschenke parat ... diesmal habe Ich mich für den Tannenspitzenhonig entschieden, weil ich ihn sooo köstlich finde.



Kommentare:

  1. Toll, ich kann fast durch den Monitor riechen, wie gut das duftet! Ich kenne das auch nur aus der Schweiz, vor Jahren hatten wir mal Gläser dort eingekauft. Das Selbermachen war mir immer etwas zu aufwändig.

    Ich denke, die Tannenspitzen kann man sich auch im Wald holen, oder? Und dieses Jahr ist überall so viel Blütenstaub, da muss man alles abwaschen...

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  2. ach so geht das. Ich hab mal (ohne vorher zu recherchieren) vor 3 Jahren eine Handvoll Spitzen in echtem Honig kalt angesetzt. Das war nicht besonders.

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  3. das ist ja Klasse, und super erklärt, mit den step by step Fotos, genial.

    Lieben Gruß Gaby

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  4. .... danke, ich werds probieren, bei meiner lieben Nachbarin fallen die Tannenspitzen schon fast in meine Küche,,,hihi, wieviel an Menge muss ich nehmen???

    GLG Anita aus dem Norden.....

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  5. Hallo,

    danke für das Rezept. Echt super lecker... ist schon fast alles weg und all die probiert haben sind begeistert... Mein einziger Fehler war, das ich den Sirup etwas zu lange gekocht habe. er ist jetzt etwas fest und zäh...

    Auf jeden Fall freue ich mich schon aufs nächste Jahr, dann mach ich mehr...

    DAnke.

    genialer Blog, mach weiter so :-)

    Lieben Gruß

    Nadine

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  6. hmmmmm, das sieht ja lecker aus! Was muss ich anstellen um so etwas schönes als Geschenk zu bekommen? Nein, nein, war ein Scherz. Meine Mutter hat immer gesagt, man bettelt nicht! Ohh man, evtl nur ein ganz kleines Bisschen? ;-)
    Ach eigentlich bin ich ja schon froh wie es ist, ich habe den tollen Honig ja schon von Dir bekommen, ja für den Geschenke-Event, als Rezept, was will ich da mehr, jetzt kann ich ihn ja nach machen. Herzlichen Dank! und lieben Gruß Klärchen

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  7. wir stellen diesen sog.Tannenzaepfchenhonig schon 37 Jahre her, er ist bekannt im Schwarzwald und Elsass,Schweiz, war frueher der sogenannte Arme-Leute-Honig. Schmeckt immerwieder sehr lecker,und auch fuer Honigallergiker geeignet. Grussle Chris .

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  8. Und wieder ist Maiwipfelzeit und ich habe nach einem Rezept gesucht und bin hier gelandet. Super Seite, vielen Dank für die Tipps. Ich hab gleich mal Honig angesetzt, bei mir wurde das nach 2 Nächten allerdings überhaupt nicht milchig. Jetzt köchelt er vor sich hin, die Spannung steigt. Es riecht aber sehr gut, würzig-zitronig. Ich hatte so viel gesammelt (in meinem eigenen Garten), dass ich auch noch welche in Essig angesetzt habe. Auf die bin ich besonders gespannt.
    Liebe Grüße
    Turtulla

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    1. Hallo Turtulla,

      das macht garnichts dass der Sud nicht trüb wird.
      Pass gut auf das nichts über läuft ... immer schön rühren .
      Kannst ja mal Bescheid geben wie es gelaufen ist, würde mich freuen.
      In Essig eingelegt sind Sie echt lecker, musst etwas Geduld haben u. es dann probieren.

      LG Kerstin

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  9. Geht das auch mit Fichtenspitzen?

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  10. Mit Fichtenspitzen geht das auch. Viel Spass beim ausprobieren.

    LG Kerstin

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  11. Hört sich sehr gut an! Ich habe gerade Tannenspitzenlikör angesetzt und möchte nun dieses Rezept ausprobieren. Aber welche Menge/Verhältnis an Tannenspitzen und Zucker benötige ich?

    LG Michaela

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  12. Hi Michaela,

    die Tannenspitzen machst Du in eine Schüssel und bedeckst sie mit Wasser 2cm höher u. beschwerst sie, am nächsten Tag absieben und abmessen, soviel Flüssigkeit soviel Zucker brauchst du .

    Gutes Gelingen
    Kerstin

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  13. Danke für die Antwort. Das habe ich alles verstanden, aber muss ich 100 Stück Tannenspitzen oder 200 g nehmen oder mehr oder weniger. Eine Schüssel voll ist ein dehnbarer Begriff. Sud abmessen u. die gleiche Menge Zucker. Gramm u. ml sind ja unterschiedliche Mengen. Oder habe ich jetzt einen Denkfehler?

    LG Michaela

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    1. Hi,

      also egal wieviele Tannenspitzen Du hast, man braucht den Sud, diesen abgießen und dann abwiegen .
      Sud nicht in ml sondern in g .
      Die Grammzahl brauchst Du, dann die gleiche Menge an Zucker anwiegen.
      Hoffe Du verstehst mich ;o)

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    2. Jawoll - verstanden. Werde es mal versuchen. Über das Ergebnis werde ich dich dann mal informieren...

      LG Michaela

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  14. Viel Glück beim ausprobieren, freue mich schon auf dein Feedback ;)

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  15. Liebe Kerstin, ich habe jetzt mal ein bisschen auf Deinem schönen Blog gestöbert und bin unter anderem hier hängengeblieben. Das klingt ja wunderbar! Aufwendig, aber toll. Ich werde mal im Mai Freunde fragen, die am Berliner Stadtrand einen Garten haben. Vielleicht haben die sogar Lust auf gemeinsames Einkochen. Danke für das tolle Rezept und lieben Gruß!

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  16. Ein Hoch auf Kerstin. Ich suche schon ewig nach einem verständlichen Rezept ! Danke !

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  17. Bitte ;o)
    es freut mich das mein Rezept dir gefällt, ich wünsche dir gutes gelingen ;o)

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  18. wirklich tolles Rezept... mache ich demnachst.

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  19. eijeijei...nun müsste nachbars tannengrün ebenfalls herhalten.! aber einer muss die leiter halten! ;-))
    ggglG

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  20. ....so..meiner ist auch auf dem herd...:) ....hatte auch glück und habe nachbarn mit tanne..in der schweiz darf man im wald drf man schon länger nicht sammeln, kann bussen geben...

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    1. Ja das mit der Strafe ist mir bekannt ...
      also AUFPASSEN ;)

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  21. Ich habe heute das Honig Rezept ausprobiert, nachdem mein Sohn und sein Freund Tannenspitzen gesammelt haben. Bei der Gelierprobe ist mir schon das Wasser im Mund zusammen gelaufen. Schmeckt super lecker!!!

    Vielen Dank nochmal.

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    1. Vielen Dank für dein Feedback ... der schmeckt in ein paar Tagen noch besser, wenn er durchgezogen ist, er wird dann auch etwas dickflüssiger werden.
      Lasst es euch schmecken ... schade dass Ich nicht deinen Namen kenne ;(

      LG Kerstin

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  22. Das war genau, was ich gesucht habe! Bei uns heißt er Maispitzenhonig. Habe mir erklären lassen wie es geht. mit dieser Anleitung hier kann nichts schiefgehen! Der Honig köchelt ein und schmeckt jetzt schon lecker.

    LG von der Schorfheiderin

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    1. Das freut mich das er dir gelungen ist, lass ihn dir schmecken ;)
      LG Kerstin

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  23. Das Rezept ist so toll und detailliert beschrieben, und ich probier das nun mit Salbei. Hoffe es gelingt mir!

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  24. Ich kenn' den Tannenspitzenhonig ebenfalls aus der Kindheit in meiner Schwarzwälder Heimat. Und das schon Jahrzehnte, bevor sie Müslis meinten, sie hätten mit ihren Ideen die Natur neu entdeckt. Kurz ein paar Hinweise zu den Fragen:

    - Tannen und Fichten sind hier praktisch gleichwertig. Nur keine Kiefern oder sowas in der Art. Ich war mal zu experimentierfreudig, das hat wie Badewasser geschmeckt und mußte weggeworfen werden. ;-)

    - Die Tannenspitzen sollten nicht zu alt sein. Kleine Spitzen machen zwar mehr Mühe beim Sammeln, aber die längeren Spitzen werden schon holzig und schmecken nicht mehr so gut.

    - Sud ansetzen: Tannenspitzen zusammendrücken (ev. etwas beschweren) und soviel Wasser drauf, daß sie bedeckt sind. Beim Aufkochen werden sie weicher und fallen etwas zusammen.

    - Mengenverhältnis 1 Liter Sud mit 1 kg Zucker einkochen.

    - Achtung bei der Gelierprobe, bei der offenen Probe kann beim Abkühlen Wasser verdunsten, im Glas nicht mehr. Daher passiert es oft, daß die Konsistenz im Glas flüssiger ist als die Gelierprobe!

    - Ist die Konsistenz zu fest, kann man vorsichtig nochmals etwas Wasser zugeben und kurz aufkochen. Voraussetzung ist, daß der Honig nicht zu lange erhitzt wird, sonst leidet der Geschmack.

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